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Ostseeanthologie I - Are we not men? We are DEVO!
Veröffentlicht am 24. August 2009 nachmittags | Geschrieben von KP in WissenswertRated K

Das schöne an einer Reise zur Ostsee mit dem Auto ist im Gegensatz zur Reise per Zug oder Spaceshuttle, dass man ungestört Musik hören kann, wenn das Automobil über die notwendige Ausstattung verfügt. Wir hatten bei unserer Fahrt gen Norden am vergangenen Wochenende das Glück, in einem Fahrzeug zu sitzen, das sogar mit einem CD-Player ausgestattet ist. So weit, so schön. Probleme ergeben sich dann erst, wenn man genau eine CD mitnimmt, und diese dann auch ausschließlich hört.



Wir hatten DEVOs Hot Potatoes Best-Of-Album mit dabei, wie auch schon bei einigen Ostseefahrten davor. Aber nach dem gefühlten siebzehnten Mal (vielleicht war es auch gar nicht gefühlt, sondern wirklich siebzehn Mal), hatte so ziemlich jeder wohl das an sich phantastische Album satt. Auf den letzten Kilometern durch Mecklenburg-Vorpommern auf der Rückfahrt hörten wir NDR Klassikradio.

Es ist sowieso immer die Frage, was man so an vernünftiger Musik mit einpackt. Alle Geschmäcker müssen entweder getroffen werden, oder es muss ein Musikdiktat herrschen. Das geht auch. Zu viele CDs führen zur Unübersichtlichkeit und zu wenige CDs führen dazu, dass man nicht, wie es eiegntlich der Fall sein sollte, einzelne Orte entlang der Strecke mit einzelnen Liedern verbunden im Gedächtnis behält, sondern alle Orte zu jedem Lied gehören, einfach weil man die Lieder in so vielen Wiederholungen gehört hat.



Und was stellt man mit der Frage nach Musik an, wenn man per Eisenbahn unterwegs ist? Wahrscheinlich alle anderen Fahrgäste in einem wahrscheinlich überfüllten Zug wollen genau nicht die Musik hören, die man für eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln für sich und seine Begleiter ausgewählt hat. Vermutlich wollen sie überhaupt keine Musik hören. Eher wollen sie die ganze Zeit schmollen oder laut sächselnd UNO spielen. Da muss man sie dann einfach dazu zwingen die Musik zu ertragen, und darauf hoffen, dass sie sich nicht beschweren und die Bahnangestellten auch nicht. Ein Ghettoblaster ist nicht schlecht für solche Zwecke, aber sowas hat auch niemand den ich kenne.

Beim nächsten Mal muss das besser laufen. Am besten eine Compilation oder mehrere Platten zu unterschiedlichen Stimmungen oder was weiß ich. Aber nur DEVO führt mit der Zeit zu geistiger De-Evolution.


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