Heißa! Der Weihnachtsquatsch hat ein Ende und der Silvester-Unfug ebenso. Nur der sibirische Tiefschnee hat uns weiter im Griff. So sollte man lieber nicht nach draußen gehen, und sich womöglich die Beine brechen auf dem Gehweg-Gletscher, sondern daheim bleiben und STERNE STERNE MIETSKASERNE lesen!
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Ich versuche den Laden hier einigermaßen aktuell zu halten. Leider klappt das dieser Tage recht schlecht, denn ohne Kamera weiß ich garnicht, was ich schreiben soll. Traurig, traurig. Ein guter SPIEGEL ONLINE Redakteur saugt sich da einfach zwei Worte aus den Fingern und füllt den Rest mit früheren Texten auf. Sowas möchte ich nun aber ganz und gar nicht.
Ich hoffe, die Zeiten ändern sich, und mir fällt mal wieder täglich etwas ein.
Viel Spass beim Lesen!
Nach dem Rutsch war ich dann tanzen: Nachdem die merkwürdige Ska-Reggae-Phase im Duncker zu Ende war, konnte man sich dort auch wieder wohl fühlen. Ich weiß nicht, warum das überhaupt irgendwo gespielt wird, zumindest Reggae: Die Musik regt viel zu sehr zum einschlafen an, wie ich finde.
Naja, und nun harre ich der Dinge die da dieses Jahr kommen mögen. Leider hat mich immer noch diese merkwürdige Trägheit des vergangenen Monats am Nacken. Gelänge es mir jetzt, sie abzuschütteln, wäre das schon mal ein guter Schritt in Richtung tatsächliches NEUES Jahr. Vielleicht sollte ich mal so merkwürdige Vorsätze fassen, wie man das für gewöhnlich zu tun pflegt (obschon ich ausschließlich Leute kenne, die sich von Vorsätzen für's neue Jahr so fern wie möglich halten, um nur ja nicht in die Verlegenheit zu geraten, sich mit irgendeinem Umsetzungsdruck konfrontiert zu sehen).
Hmm, aber was kann man als
Und da hört es auch schon auf. Alles andere was mir jetzt noch auf den ersten Blick vorschwebt, ist völlig unumsetzbar, deshalb sollte man es garnicht erst in Betracht ziehen. Ich hoffe dennoch, dass auch Ihr ein angenehmes Jahr haben werdet, ob nun mit Vorsätzen oder ohne!
Obwohl die fromme Volkspolizei in den Polizeirufen bis 1990 nur in Ausnahmefällen mal etwas trinkt, ist der Sprit der heimliche Hauptdarsteller in der Krimireihe. Ich habe in den letzten Jahren nicht eine Folge gesehen, in der nicht mindestens einmal irgendwo eine Pulle zu sehen war. Von den eindeutigen Titeln ab und zu mal abgesehen, die die "Volksdroge Nr. 1" der DDR als Titelthema haben, ist dennoch immer irgendwo Alkohol im Spiel, entweder als Ursache (Saufen, dann Verbrechen) oder Wirkung (Verbrechen begangen, dann einen heben gehen).
Aber einige Folgen stellen den Geist des Weines schon mehr oder weniger selber als eine Art Täter dar: "Unheil aus der Flasche" (von 1987 / Folge 111), "Drei Flaschen Tokaje" (von 1989 / Folge 131), "Der Teufel hat den Schnaps gemacht" (von 1981 / Folge 069) oder "Flüssige Waffe" (von 1988 / Folge 124) beschreiben schon einigermaßen, was man vom Plot erwarten darf.
Im eben auf dem RBB gelaufenen "Das vergessene Labor" (von 1984 / Folge 089) treffen sich zwei Gaunerpärchen nach dem gelungenen Raubzug zu einem orgiastischen Saufgelage. "Wenn die sich wieder zum Saufen treffen, jag ick hier allet in die Luft..." droht der Sohn des einen Pärchens, während er mit einer Ampulle vermeintlichen Nitro-Glyzerins hantiert, die in Wirklichkeit
Soman enthält.Am vergangenen Dienstag in "Die Entdeckung" (von 1980 / Folge 066) feiern die Belegschaft eines Burgmuseums und eines Filmteams angesichts eines Leichenfundes und einer Filmpremiere so ausgelassen in Gegenwart von Leutnant Vera Arndt, dass überhaupt erst nach über einer dreiviertel Stunde Film die erste Rolle wieder fahrtüchtig ist. "Auf den Schreck erstmal'n Harzgeist, Frau Leutnant?"
In den meisten Fällen wird aber nicht einmal auf das Problem des Rausches hingewiesen. In der DDR waren die Fälle klar: Verkommene Subjekte drehen Dinger. Dass das meist unter dem Einfluss von Alkohol geschieht ist irrelevant, weil die Guten / die Beklauten / die Polizei außer Dienst auch gerne mal einen zwitschern.
Ich nehme an, dass in den Polizeirufen, die nach 1990 entstanden sind, nicht mehr in jeder Szene gebechert wird. Aber diese neueren Filme sind auch nicht mehr so interessant. Aber wer sich für die alten Filme interessiert, sollte dringlichst
hier mal nachlesen!Ich hab es genau nachgeprüft. Die Straßenbahn 21 rumpelt und rüttelt so sehr am Pflaster, dass die fiesen Schwingungen durch den sumpfigen Berliner Puddingboden direkt in unser Haus übertragen werden und dadurch die Wandfarbe aberodiert wird. Wenn man dabei überhaupt von Erosion sprechen kann, vielleicht heisst es auch nur "abgerüttelt". Ich habe das Phänomen jedenfalls seit Jahren beobachtet und mich gewundert, warum die Wohnung immer mit einer Feinstaubschicht belegt ist, obwohl ich vielmehr staubwische, als in meinen bisherigen Residenzen.

Jetzt kam die Lösung der Problematik durch eine dicke Sedimentschicht ans Tageslicht: Als die 21 neulich durch einen Bus ersetzt wurde, war hier überhaupt nichts staubig. Jetzt, da die 21 (in Tramform) wieder fährt, allerdings schon. Da muss wohl eindeutig ein Zusammenhang bestehen!
Offensichtlich meint die BVG, sich angesichts der S-Bahn-Frechheiten auch mal ein paar Foppereien herausnehmen zu dürfen. So nicht, liebe BVG, so nicht! Ich habe sowieso mal irgendwo gelesen, dass die 21 mittelfristig stillgelegt werden soll, aber so lange werde ich hier vielleicht nicht wohnen. Außerdem liebt jeder die gute alte tschechoslowakische Tatra-Straßenbahn. Hilft nur eins: Flüstergleise, oder wie die heißen. Alternativ wäre auch eine Magnetschwebebahn akzeptabel. Ich denke, viele Bewohner der 21er-Einzugsregion würden sich einen Transrapid zwischen Blockdammweg und Frankfurter Tor wünschen. Also, liebe BVG, mach was!
Ick hab' Probleme, wa...?
Dafür habe ich jetzt, wie ich meine, einen Überblick über fast alles was so im Berliner Stadtbebiet an Zierde an die Wände oder Böden gepappt ist - vorausgesetzt, es kommt aus einem Steinbruch. Das behalte ich vermutlich auch nur solange, wie ich diesen Text schreibe. Ach was: ich werd's mir einfach für immer merken!
Erstaunlich ist, dass fast alles auf dem Boden Granit ist, der Rest wurde irgendwie künstlich in Formen gegossen und als Granit getarnt. Die Nazi-Fassade vom Koofhof ist gar kein Sandstein, wie ich aus der Ferne immer annahm, sondern Kalkstein mit allerhand Muscheln drinne. Und so geht das immer weiter: Die Fassade von C&A ist... der Boden der Rathaus-Passagen ist... der Sockel vom Rathaus ist... das Neue Museum ist... kalt war es. Kalt, kalt, kalt!
Ich glaube, ich trinke mal einen Tee.
Komischerweise hat der Kontrolleursmensch nur einen Schwarzfahrer erwischt, aber der Gerechtigkeit halber hätten eigentlich alle Fahrgäste schwarz zu Gast sein müssen. Eine Revolte muss her! Es muss der Schwarzfahrerismus durchs Land gehen!!
Und wo wir gerade in Fahrt sind (sicherlich nicht mit der S-Bahn - hah!): der affige Pendelverkehr abends zwischen Treptower Park und irgendwo, der schießt noch den Vojel ab. Alle trotten entnervt am Ostkreuz zu einem Ersatzbus und schimpen mir die Ohren voll: zu weit, zu eng, zu feierabend, zu stickig, Schweinegrippe eh überall, etc., etc.
Das muss ein Ende fahren...äh, haben. Ich fahr nur noch Luftbahn!
hier. Auch eine mehr oder minder plausible Etymologie wird geboten. Tja, so einfach isses manchmal.
Klingt jetzt nicht sonderlich spannend, genaugenommen alles andere als spannend, aber, nichtsdestotrotz hat mich der Name jener Köstlichkeit verwundert. Das Franzbrötchen, ich hielt es zunächst beim Überfliegen des Bacca-Schildchens für franz. Brötchen, also irgendwas französisches, wird dann wohl doch eher nach irgendeinem "Franz" benannt sein, es sei denn, Bacca hat sich verschrieben. Wer weiss es schon? Ich werde mal gerade Wikipedia fragen, ob es etwas zum "Franzbrötchen" weiß.
Wie haben die Leute in der Antike das wohl gemacht? Ellenlange Berichte über die Antipoden geschrieben, oder in wieviel Purpur der Kaiser eingewickelt ist.
Ich jedenfalls will wieder 'ne Kamera haben. Sollte jemand eine übrig haben, vorzugsweise D60 oder derlei, dann Mail an mich - weisst bescheid!
Hilft alles nichts, da muss wohl ein neues Gerät her, wenn mal die Kohle da ist. Genauso wie mein Computer: alt, unansehnlich, nicht mehr auf einem vernünftigen Stand der Technik. Aber sowas dauert ja auch wieder...

Wie ich erfahren musste, bereitet man den Matjes ja recht sonderbar zu, genauer gesagt bereitet sich der Matjes irgendwie selber zu, wenn man so will, indem Salzlake und seine Bauchspeicheldrüse ihn glitschig aber lecker werden lassen. Genau genommen weiß ich nicht, ob er auch lecker ist. Im Fass in dieser schleimigen Brühe liegend, sieht er alles andere als appetitlich aus, aber das muss ja nichts heißen. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, mal welchen gegessen zu haben. Wird in nächster Zeit vielleicht mal nachgeholt.
Wie dem auch sei, am Wochende gab es ja schon laufend Rollmops auf Brötchen, Bismarck-Hering auf Brötchen und Sand auf Brötchen. Das sollte natürlich - wieder weg von der See - auch nicht aufhören, und so speiste ich am Montagabend schön Buttermakrelensandwich - absolut köstlich und zu empfehlen. War nur leider etwas zu fettig um es kurz vor dem Schlafengehen zu essen, aber ansonsten: Mmmmhhhh!
Wie die meisten Leute wissen, gab es in der DDR auch so etwas wie den Tatort, nämlich den Polizeiruff 110. Wenn man (bei den älteren Folgen, die gelegentlich auf den dritten Programmen wiederholt werden) genau hinschaut, fällt auf, dass man eine gewisse Biederkeit bei den zu lösenden Kriminalfällen nicht übersehen kann: Es gibt kaum Morde, eher Raub, Betrug und Trunkenheit. Die Ermittler sind gestrenge, niemals lässig gekleidete staatstreue Gestalten, deren Privatleben überhaupt nicht dargestellt wird. Bei den Tätern wird das psychologische Profil stärker beleuchtet, persönliches Umfeld beziehungsweise die Vergangenheit führen häufig zu den geschilderten Delikten.

Einer meiner Favoriten der Serie ist die Folge Walzerbahn von 1978/1979. Als Setting hält die Insel Rügen her, sommerlich vollgestopft mit DDR-Urlaubern, und wo Urlauber ihr Geld ausgeben, gibt es auch Kriminalität: der "Küstenschreck" macht die Gegend unsicher, raubt Touristen auf Zelt- und Campingplätzen aus, und klettert sogar auf Socken die Fassade eines FDGB-Ferienheims hinauf, um sich der Wertgegenstände der Badegäste zu bemächtigen.
Hier kommt Komissar Hübner ins Spiel, der beim örtlichen VP-Sheriff die "mangelnde Öffentlichkeitsarbeit" bemängelt und die Ermittlungen mehr oder weniger übernimmt ("zur Unterstützung abkommandiert").
In der Nähe hat sich ein Rummel niedergelassen, der in den vergangenen Sommermonaten die Ostseeküste entlang zog, parallel zur Tatroute des "Küstenschrecks", so dass Herbet Bobach, der Gehilfe des Walzerbahnbetreibers Otto Oswald schnell in Verdacht gerät. Dieser hat eine Affäre mit der Frau des Walzerkönigs Anita, welche aber "einen Kerl zum verlieben sucht". So einen glaubt sie im Wäschereifahrer Marco gefunden zu haben - er gelernter Bäcker, sie Konditorin, das passt anscheinend alles. Natürlich ist Marco der fiese Küstenschreck und schließlich kommt es zum finalen Showdown vor romantischer Inselkulisse...
Mehr dazu liest man bei Bedarf
hier.Die Story ist einigermaßen sauber gestrickt, alles ist politisch überkorrekt, so wie man sich eine Produktion für das DDR-Fernsehen vorstellt. Das imposanteste, wenn man diesen Begriff schon für 59 Minuten Krimi (ganz schön kurz, was?) benutzen kann, ist die Kulisse. Ostseeküste, Jasmunder Bodden, unendliche Weiten der rügischen Landschaft zeigen, wie schön anscheinend schon früher die Insel war.
Erschreckend hingegen der Speisesaal des Ferienheims - schön ostig. Die VP-Dienststelle hat sich eine Notunterkunft in einer Schulturnhalle geschaffen (Sommerferien), aber immerhin hängt an der Tür ein graviertes Schild, als ob das die herkömmliche Behausung der Volkspolizei wäre.
Der Showdown bietet alles, was zu damaliger Zeit wohl technisch möglich war: Eine Verfolgungsjagd mit
Barkas, Hubschrauber, Motorrädern und VP-Lada - brilliant! Marco Floß, der Küstenschreck, ist ein typisches verkommenes Subjekt: Nietenhosen trägt er, Motorrad fährt er bei seinen Raubzügen und Lust arbeiten zu gehen hat er auch keine.
Ich hoffe , ich packe das am Wochenende.
Die wohl ulkigste Türsprechanlage der Welt befindet sich offensichtlich in der Silbersteinstraße in Neukölln. Statt Klingel und Sprechgitter gibt es hier Wählscheibe, einige Tasten und antikes Holz. In Russland heisst sowas Domophon: Man wählt eine Nummer und wird dann mit einer bestimmten Wohnung im Haus verbunden. In Russland stehen keine Namen an den Türen, so dass man die Nummer schon kennen muss, bevor man jemanden besucht, ansonsten hat das ganze Unterfangen überhaupt keinen Sinn. Etwas ähnliches hat man sich wohl hier in Neukölln gedacht, nur dass dort wohl Namen dabei stehen, nebst einer mehr oder minder komplizierten Anleitung zur Benutzung des Ganzen.
Interessant ist dabei, dass diese Konstruktion noch nicht dem Vandalismus zum Opfer gefallen ist. An dieser Einrichtung gibts es viele Stellen, an denen man etwas verklemmen, abbrechen und verkokeln kann.

Es ist zu bemerken, dass diese skandinavischen Bierreserven immer in Dosen verkauft werden, auch wenn es zumindest in Dänemark, so weit ich weiß, auch ein Dosenpfand gibt. Das entsprechende Geräusch, das entsteht wenn hamsterkaufende Skandinavier dann eine Büchse fallenlassen oder leer irgendwohin feuern, ist logischerweise nicht *klirr*, wie es bei einer Flasche der Fall wäre, sondern *klong* (schwedisch: *klöng*, dänisch: *kløng*).
Klingt doch plausibel, und ich habe das Geräusch schon mal gehört. Ich glaube das war damals in Dänemark, denn die Bierabteilung im Real in Bergen neulich hatte schon zu.
Haben wir wieder was gelernt. Bis zum nächsten Mal, sagt die Maus. Das war schwedisch.

Wir hatten DEVOs Hot Potatoes Best-Of-Album mit dabei, wie auch schon bei einigen Ostseefahrten davor. Aber nach dem gefühlten siebzehnten Mal (vielleicht war es auch gar nicht gefühlt, sondern wirklich siebzehn Mal), hatte so ziemlich jeder wohl das an sich phantastische Album satt. Auf den letzten Kilometern durch Mecklenburg-Vorpommern auf der Rückfahrt hörten wir NDR Klassikradio.
Es ist sowieso immer die Frage, was man so an vernünftiger Musik mit einpackt. Alle Geschmäcker müssen entweder getroffen werden, oder es muss ein Musikdiktat herrschen. Das geht auch. Zu viele CDs führen zur Unübersichtlichkeit und zu wenige CDs führen dazu, dass man nicht, wie es eiegntlich der Fall sein sollte, einzelne Orte entlang der Strecke mit einzelnen Liedern verbunden im Gedächtnis behält, sondern alle Orte zu jedem Lied gehören, einfach weil man die Lieder in so vielen Wiederholungen gehört hat.

Und was stellt man mit der Frage nach Musik an, wenn man per Eisenbahn unterwegs ist? Wahrscheinlich alle anderen Fahrgäste in einem wahrscheinlich überfüllten Zug wollen genau nicht die Musik hören, die man für eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln für sich und seine Begleiter ausgewählt hat. Vermutlich wollen sie überhaupt keine Musik hören. Eher wollen sie die ganze Zeit schmollen oder laut sächselnd UNO spielen. Da muss man sie dann einfach dazu zwingen die Musik zu ertragen, und darauf hoffen, dass sie sich nicht beschweren und die Bahnangestellten auch nicht. Ein Ghettoblaster ist nicht schlecht für solche Zwecke, aber sowas hat auch niemand den ich kenne.
Beim nächsten Mal muss das besser laufen. Am besten eine Compilation oder mehrere Platten zu unterschiedlichen Stimmungen oder was weiß ich. Aber nur DEVO führt mit der Zeit zu geistiger De-Evolution.





