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Miez, miez!Heißa! Der Weihnachtsquatsch hat ein Ende und der Silvester-Unfug ebenso. Nur der sibirische Tiefschnee hat uns weiter im Griff. So sollte man lieber nicht nach draußen gehen, und sich womöglich die Beine brechen auf dem Gehweg-Gletscher, sondern daheim bleiben und STERNE STERNE MIETSKASERNE lesen!

Wie Ihr wisst, sind die meisten Blogartikel hier öffentlich, für einige ist jedoch eine Anmeldung notwendig. Sie verlangt nur einen Benutzernamen und eine gültige E-Mail-Adresse, also kein großes Ding. Wer das nicht will, muss auf einige wenige Texte und Bilder verzichten. Wer meint, sich das leisten zu können: bitte!

Ich versuche den Laden hier einigermaßen aktuell zu halten. Leider klappt das dieser Tage recht schlecht, denn ohne Kamera weiß ich garnicht, was ich schreiben soll. Traurig, traurig. Ein guter SPIEGEL ONLINE Redakteur saugt sich da einfach zwei Worte aus den Fingern und füllt den Rest mit früheren Texten auf. Sowas möchte ich nun aber ganz und gar nicht.
Ich hoffe, die Zeiten ändern sich, und mir fällt mal wieder täglich etwas ein.

Viel Spass beim Lesen!


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09. Januar 2010, früher abend | Geschrieben von KP in Rated KNetz | 0 Kommentare

...obschon man in diesen Tagen mit solchen Wünschen vorsichtig sein sollte: Es handelt sich natürlich um einen Neujahrsgruß, nicht um die Bitte, doch möglichst gepflegt auf die Fresse gefallen zu sein! Ich selber bin natürlich auch irgendwie ringekommen, zum Glück währte meine Neujahrs-Schlechte-Laune dabei nur etwa zwei Stunden. Gegen drei Uhr morgens am ersten Tag ging es wieder einigermaßen (bin übrigens während dieser schlechten Laune in der Dunckerstraße auf einer unter Schnee verborgenen Plastikraketenverpackung ausgerutscht und auf den Hintern gefallen. Das nur mal so am Rande!).

Nach dem Rutsch war ich dann tanzen: Nachdem die merkwürdige Ska-Reggae-Phase im Duncker zu Ende war, konnte man sich dort auch wieder wohl fühlen. Ich weiß nicht, warum das überhaupt irgendwo gespielt wird, zumindest Reggae: Die Musik regt viel zu sehr zum einschlafen an, wie ich finde.

Naja, und nun harre ich der Dinge die da dieses Jahr kommen mögen. Leider hat mich immer noch diese merkwürdige Trägheit des vergangenen Monats am Nacken. Gelänge es mir jetzt, sie abzuschütteln, wäre das schon mal ein guter Schritt in Richtung tatsächliches NEUES Jahr. Vielleicht sollte ich mal so merkwürdige Vorsätze fassen, wie man das für gewöhnlich zu tun pflegt (obschon ich ausschließlich Leute kenne, die sich von Vorsätzen für's neue Jahr so fern wie möglich halten, um nur ja nicht in die Verlegenheit zu geraten, sich mit irgendeinem Umsetzungsdruck konfrontiert zu sehen).

Hmm, aber was kann man als abaufgeklärter Mensch schon für Vorsätze fassen? Zum Beispiel: dieses Jahr wirklich mal einen Weihnachtsbaum haben. Das Thema ist erst in elf Monaten wieder aktuell, also kann man sich das ruhig vornehmen. Ist ja noch lange hin! Dann könnte ich endlich mal wieder etwas aktueller das Blog hier betreiben...
Und da hört es auch schon auf. Alles andere was mir jetzt noch auf den ersten Blick vorschwebt, ist völlig unumsetzbar, deshalb sollte man es garnicht erst in Betracht ziehen. Ich hoffe dennoch, dass auch Ihr ein angenehmes Jahr haben werdet, ob nun mit Vorsätzen oder ohne!

 
24. November 2009, die Geisterstunde | Geschrieben von KP in SonstigesDionysien und Symposien | 0 Kommentare

Jeder kennt ja den Spruch "Voll wie'n Amtmann", aber wenn man sich mal genauer den Polizeiruf 110 ansieht, denkt man wohl eher an "Voll wie'n Hauptmann".

Obwohl die fromme Volkspolizei in den Polizeirufen bis 1990 nur in Ausnahmefällen mal etwas trinkt, ist der Sprit der heimliche Hauptdarsteller in der Krimireihe. Ich habe in den letzten Jahren nicht eine Folge gesehen, in der nicht mindestens einmal irgendwo eine Pulle zu sehen war. Von den eindeutigen Titeln ab und zu mal abgesehen, die die "Volksdroge Nr. 1" der DDR als Titelthema haben, ist dennoch immer irgendwo Alkohol im Spiel, entweder als Ursache (Saufen, dann Verbrechen) oder Wirkung (Verbrechen begangen, dann einen heben gehen).
Aber einige Folgen stellen den Geist des Weines schon mehr oder weniger selber als eine Art Täter dar: "Unheil aus der Flasche" (von 1987 / Folge 111), "Drei Flaschen Tokaje" (von 1989 / Folge 131), "Der Teufel hat den Schnaps gemacht" (von 1981 / Folge 069) oder "Flüssige Waffe" (von 1988 / Folge 124) beschreiben schon einigermaßen, was man vom Plot erwarten darf.

Im eben auf dem RBB gelaufenen "Das vergessene Labor" (von 1984 / Folge 089) treffen sich zwei Gaunerpärchen nach dem gelungenen Raubzug zu einem orgiastischen Saufgelage. "Wenn die sich wieder zum Saufen treffen, jag ick hier allet in die Luft..." droht der Sohn des einen Pärchens, während er mit einer Ampulle vermeintlichen Nitro-Glyzerins hantiert, die in Wirklichkeit Soman enthält.
Am vergangenen Dienstag in "Die Entdeckung" (von 1980 / Folge 066) feiern die Belegschaft eines Burgmuseums und eines Filmteams angesichts eines Leichenfundes und einer Filmpremiere so ausgelassen in Gegenwart von Leutnant Vera Arndt, dass überhaupt erst nach über einer dreiviertel Stunde Film die erste Rolle wieder fahrtüchtig ist. "Auf den Schreck erstmal'n Harzgeist, Frau Leutnant?"

In den meisten Fällen wird aber nicht einmal auf das Problem des Rausches hingewiesen. In der DDR waren die Fälle klar: Verkommene Subjekte drehen Dinger. Dass das meist unter dem Einfluss von Alkohol geschieht ist irrelevant, weil die Guten / die Beklauten / die Polizei außer Dienst auch gerne mal einen zwitschern.

Ich nehme an, dass in den Polizeirufen, die nach 1990 entstanden sind, nicht mehr in jeder Szene gebechert wird. Aber diese neueren Filme sind auch nicht mehr so interessant. Aber wer sich für die alten Filme interessiert, sollte dringlichst hier mal nachlesen!

 
13. November 2009, früher nachmittag | Geschrieben von KP in SchimpftiradeFriedrichshainBerlin | 0 Kommentare

Die Straßenbahn rüttelt mein Zimmer staubig! Was hier wunderlich langweilig klingt, nach einer Geschichte eines alten Mannes, fast mathiasesk, oder hahnesk vielleicht, ist aber wahr:

Ich hab es genau nachgeprüft. Die Straßenbahn 21 rumpelt und rüttelt so sehr am Pflaster, dass die fiesen Schwingungen durch den sumpfigen Berliner Puddingboden direkt in unser Haus übertragen werden und dadurch die Wandfarbe aberodiert wird. Wenn man dabei überhaupt von Erosion sprechen kann, vielleicht heisst es auch nur "abgerüttelt". Ich habe das Phänomen jedenfalls seit Jahren beobachtet und mich gewundert, warum die Wohnung immer mit einer Feinstaubschicht belegt ist, obwohl ich vielmehr staubwische, als in meinen bisherigen Residenzen.



Jetzt kam die Lösung der Problematik durch eine dicke Sedimentschicht ans Tageslicht: Als die 21 neulich durch einen Bus ersetzt wurde, war hier überhaupt nichts staubig. Jetzt, da die 21 (in Tramform) wieder fährt, allerdings schon. Da muss wohl eindeutig ein Zusammenhang bestehen!

Offensichtlich meint die BVG, sich angesichts der S-Bahn-Frechheiten auch mal ein paar Foppereien herausnehmen zu dürfen. So nicht, liebe BVG, so nicht! Ich habe sowieso mal irgendwo gelesen, dass die 21 mittelfristig stillgelegt werden soll, aber so lange werde ich hier vielleicht nicht wohnen. Außerdem liebt jeder die gute alte tschechoslowakische Tatra-Straßenbahn. Hilft nur eins: Flüstergleise, oder wie die heißen. Alternativ wäre auch eine Magnetschwebebahn akzeptabel. Ich denke, viele Bewohner der 21er-Einzugsregion würden sich einen Transrapid zwischen Blockdammweg und Frankfurter Tor wünschen. Also, liebe BVG, mach was!


Ick hab' Probleme, wa...?

 
06. November 2009, früher nachmittag | Geschrieben von KP in  | 0 Kommentare

Kalt isses geworden, vor allem, wenn man versucht, einer Exkurision beizuwohnen, die alle Nase lang an irgendeinem Stein stehenbleibt um zu ermitteln, was es für einer ist, wie alt, wie entstanden, etc.

Dafür habe ich jetzt, wie ich meine, einen Überblick über fast alles was so im Berliner Stadtbebiet an Zierde an die Wände oder Böden gepappt ist - vorausgesetzt, es kommt aus einem Steinbruch. Das behalte ich vermutlich auch nur solange, wie ich diesen Text schreibe. Ach was: ich werd's mir einfach für immer merken!
Erstaunlich ist, dass fast alles auf dem Boden Granit ist, der Rest wurde irgendwie künstlich in Formen gegossen und als Granit getarnt. Die Nazi-Fassade vom Koofhof ist gar kein Sandstein, wie ich aus der Ferne immer annahm, sondern Kalkstein mit allerhand Muscheln drinne. Und so geht das immer weiter: Die Fassade von C&A ist... der Boden der Rathaus-Passagen ist... der Sockel vom Rathaus ist... das Neue Museum ist... kalt war es. Kalt, kalt, kalt!

Ich glaube, ich trinke mal einen Tee.

 
13. Oktober 2009, nachmittags | Geschrieben von KP in BerlinSchimpftirade | 0 Kommentare

Neuerlich (am vergangenen Mittwoch) hat man es gewagt, mich in der S-Bahn zu kontrollieren! Nicht nur das der Affenladen seinen, äh, wie heißt das, Fahrauftrag oder so, nicht erfüllt. Nein, nur Stammkunden müssen im Dezember nichts zahlen, alle andern werden abgezockt und auch noch kontrolliert.

Komischerweise hat der Kontrolleursmensch nur einen Schwarzfahrer erwischt, aber der Gerechtigkeit halber hätten eigentlich alle Fahrgäste schwarz zu Gast sein müssen. Eine Revolte muss her! Es muss der Schwarzfahrerismus durchs Land gehen!!

Und wo wir gerade in Fahrt sind (sicherlich nicht mit der S-Bahn - hah!): der affige Pendelverkehr abends zwischen Treptower Park und irgendwo, der schießt noch den Vojel ab. Alle trotten entnervt am Ostkreuz zu einem Ersatzbus und schimpen mir die Ohren voll: zu weit, zu eng, zu feierabend, zu stickig, Schweinegrippe eh überall, etc., etc.

Das muss ein Ende fahren...äh, haben. Ich fahr nur noch Luftbahn!

 
03. Oktober 2009, abends | Geschrieben von KP in Microblogging | 0 Kommentare

Hmm, was, wie ich dachte, auf einem Tippfehler beruhen sollte, scheint ja doch ganz doll bekannt zu sein. Wikipedia schreibt über das Franzbrötchen hier. Auch eine mehr oder minder plausible Etymologie wird geboten. Tja, so einfach isses manchmal.


 
17. September 2009, Mittagszeit | Geschrieben von KP in  | 0 Kommentare

Tadaaa: Beim Durchstöbern der Bilder des letzten Monats, ist mir - wie ich's gerade noch beschrieben habe - wieder eingefallen, was ich letzten Monat gegessen habe.



Klingt jetzt nicht sonderlich spannend, genaugenommen alles andere als spannend, aber, nichtsdestotrotz hat mich der Name jener Köstlichkeit verwundert. Das Franzbrötchen, ich hielt es zunächst beim Überfliegen des Bacca-Schildchens für franz. Brötchen, also irgendwas französisches, wird dann wohl doch eher nach irgendeinem "Franz" benannt sein, es sei denn, Bacca hat sich verschrieben. Wer weiss es schon? Ich werde mal gerade Wikipedia fragen, ob es etwas zum "Franzbrötchen" weiß.

 
17. September 2009, Mittagszeit | Geschrieben von KP in SchimpftiradeRated K | 0 Kommentare

Mannomann, ohne Kamera macht schreiben keinen Spaß. Ich weiß nicht mal so richtig, worüber zu schreiben, da man ja ohne Bilder sofort wieder vergisst, was man da ulkiges auf der Straße gesehen hat. Man kann auch schlecht beweisen, was da ist, man kann schlecht zeigen, wie was aussieht.

Wie haben die Leute in der Antike das wohl gemacht? Ellenlange Berichte über die Antipoden geschrieben, oder in wieviel Purpur der Kaiser eingewickelt ist.

Ich jedenfalls will wieder 'ne Kamera haben. Sollte jemand eine übrig haben, vorzugsweise D60 oder derlei, dann Mail an mich - weisst bescheid!

 
30. August 2009, nachmittags | Geschrieben von KP in Rated KSchimpftirade | 0 Kommentare

Allet jeht in Arsch hier! pflegte Emerson mal zu sagen, als unsere Thermoskanne platzte. Nunja, nun anscheinend auch bei mir. Kurz vor oder während der Reise zur Ostsee hat nämlich meine Digitalkamera ihren Geist aufgegeben, zumindest teilweise. Irgendwas an Belichtung oder Blende muss bei dem alten Ding verstimmt sein, jedenfalls sieht alles, was man bei Tages- oder sonstigem hellen Licht fotografiert, ziemlich oll aus. Man kann es weiter unten bei dem Bild der Bierkisten schon so einigermaßen erkennen: alles ist immer unscharf und merkwürdig quergestreift.

Hilft alles nichts, da muss wohl ein neues Gerät her, wenn mal die Kohle da ist. Genauso wie mein Computer: alt, unansehnlich, nicht mehr auf einem vernünftigen Stand der Technik. Aber sowas dauert ja auch wieder...

 
30. August 2009, früher nachmittag | Geschrieben von KP in  | 0 Kommentare

Viele Leute sagen ja, die Ostsee sei ja kein richtiges Meer, das ist ja nur ein See mit ganz wenig Salz, keine richtigen Gezeiten - und am Ende davon lauern die Russen. Naja, trotz aller üblen Nachrede ist die Ostsee eines meiner liebsten deutschen Gewässer und seit neulich Rügen eine meiner liebsten deutschen Inseln. Und was hat das Meer noch so zu bieten? Richtig: man kann drin baden und es schwimmen Fische drin. Und seit jeher ist ja der Räucherfisch eine meiner liebsten Speisen, und seit dem vergangenen Wochenende habe ich fast jeden Tag einmal welchen gegessen (außer am Donnerstag, da war's ne Büchse Scomber-Mix).



Wie ich erfahren musste, bereitet man den Matjes ja recht sonderbar zu, genauer gesagt bereitet sich der Matjes irgendwie selber zu, wenn man so will, indem Salzlake und seine Bauchspeicheldrüse ihn glitschig aber lecker werden lassen. Genau genommen weiß ich nicht, ob er auch lecker ist. Im Fass in dieser schleimigen Brühe liegend, sieht er alles andere als appetitlich aus, aber das muss ja nichts heißen. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, mal welchen gegessen zu haben. Wird in nächster Zeit vielleicht mal nachgeholt.

Wie dem auch sei, am Wochende gab es ja schon laufend Rollmops auf Brötchen, Bismarck-Hering auf Brötchen und Sand auf Brötchen. Das sollte natürlich - wieder weg von der See - auch nicht aufhören, und so speiste ich am Montagabend schön Buttermakrelensandwich - absolut köstlich und zu empfehlen. War nur leider etwas zu fettig um es kurz vor dem Schlafengehen zu essen, aber ansonsten: Mmmmhhhh!

 
30. August 2009, früher nachmittag | Geschrieben von KP in Rated KKültürverein | 0 Kommentare

Es ist Sonntag, da sehen sich in Berlin immer mehr auch junge Leute gezwungen, abends irgendwo den Tatort zu kucken. Eine merkwürdige Modeerscheinung: Ganze Kneipen und Clubs werden durch die sonntagabendliche Krimiorgie blockiert. Wo soll man jetzt noch sein Bier trinken?

Wie die meisten Leute wissen, gab es in der DDR auch so etwas wie den Tatort, nämlich den Polizeiruff 110. Wenn man (bei den älteren Folgen, die gelegentlich auf den dritten Programmen wiederholt werden) genau hinschaut, fällt auf, dass man eine gewisse Biederkeit bei den zu lösenden Kriminalfällen nicht übersehen kann: Es gibt kaum Morde, eher Raub, Betrug und Trunkenheit. Die Ermittler sind gestrenge, niemals lässig gekleidete staatstreue Gestalten, deren Privatleben überhaupt nicht dargestellt wird. Bei den Tätern wird das psychologische Profil stärker beleuchtet, persönliches Umfeld beziehungsweise die Vergangenheit führen häufig zu den geschilderten Delikten.



Einer meiner Favoriten der Serie ist die Folge Walzerbahn von 1978/1979. Als Setting hält die Insel Rügen her, sommerlich vollgestopft mit DDR-Urlaubern, und wo Urlauber ihr Geld ausgeben, gibt es auch Kriminalität: der "Küstenschreck" macht die Gegend unsicher, raubt Touristen auf Zelt- und Campingplätzen aus, und klettert sogar auf Socken die Fassade eines FDGB-Ferienheims hinauf, um sich der Wertgegenstände der Badegäste zu bemächtigen.

Hier kommt Komissar Hübner ins Spiel, der beim örtlichen VP-Sheriff die "mangelnde Öffentlichkeitsarbeit" bemängelt und die Ermittlungen mehr oder weniger übernimmt ("zur Unterstützung abkommandiert").
In der Nähe hat sich ein Rummel niedergelassen, der in den vergangenen Sommermonaten die Ostseeküste entlang zog, parallel zur Tatroute des "Küstenschrecks", so dass Herbet Bobach, der Gehilfe des Walzerbahnbetreibers Otto Oswald schnell in Verdacht gerät. Dieser hat eine Affäre mit der Frau des Walzerkönigs Anita, welche aber "einen Kerl zum verlieben sucht". So einen glaubt sie im Wäschereifahrer Marco gefunden zu haben - er gelernter Bäcker, sie Konditorin, das passt anscheinend alles. Natürlich ist Marco der fiese Küstenschreck und schließlich kommt es zum finalen Showdown vor romantischer Inselkulisse...

Mehr dazu liest man bei Bedarf hier.

Die Story ist einigermaßen sauber gestrickt, alles ist politisch überkorrekt, so wie man sich eine Produktion für das DDR-Fernsehen vorstellt. Das imposanteste, wenn man diesen Begriff schon für 59 Minuten Krimi (ganz schön kurz, was?) benutzen kann, ist die Kulisse. Ostseeküste, Jasmunder Bodden, unendliche Weiten der rügischen Landschaft zeigen, wie schön anscheinend schon früher die Insel war.

Erschreckend hingegen der Speisesaal des Ferienheims - schön ostig. Die VP-Dienststelle hat sich eine Notunterkunft in einer Schulturnhalle geschaffen (Sommerferien), aber immerhin hängt an der Tür ein graviertes Schild, als ob das die herkömmliche Behausung der Volkspolizei wäre.

Der Showdown bietet alles, was zu damaliger Zeit wohl technisch möglich war: Eine Verfolgungsjagd mit Barkas, Hubschrauber, Motorrädern und VP-Lada - brilliant! Marco Floß, der Küstenschreck, ist ein typisches verkommenes Subjekt: Nietenhosen trägt er, Motorrad fährt er bei seinen Raubzügen und Lust arbeiten zu gehen hat er auch keine.


 
27. August 2009, nachmittags | Geschrieben von KP in Rated KSchimpftirade | 0 Kommentare

Dieses Drama zieht sich dermaßen hin. Mittlerweile habe ich schon alles so sehr vereinfacht, dass es schon fast lächerlich ist. Dabei ist alles kompliziert zu machen und passt immer noch nicht so recht. Eieieiei...



Ich hoffe , ich packe das am Wochenende.

 
24. August 2009, später nachmittag | Geschrieben von KP in  | 0 Kommentare


Die wohl ulkigste Türsprechanlage der Welt befindet sich offensichtlich in der Silbersteinstraße in Neukölln. Statt Klingel und Sprechgitter gibt es hier Wählscheibe, einige Tasten und antikes Holz. In Russland heisst sowas Domophon: Man wählt eine Nummer und wird dann mit einer bestimmten Wohnung im Haus verbunden. In Russland stehen keine Namen an den Türen, so dass man die Nummer schon kennen muss, bevor man jemanden besucht, ansonsten hat das ganze Unterfangen überhaupt keinen Sinn. Etwas ähnliches hat man sich wohl hier in Neukölln gedacht, nur dass dort wohl Namen dabei stehen, nebst einer mehr oder minder komplizierten Anleitung zur Benutzung des Ganzen.

Interessant ist dabei, dass diese Konstruktion noch nicht dem Vandalismus zum Opfer gefallen ist. An dieser Einrichtung gibts es viele Stellen, an denen man etwas verklemmen, abbrechen und verkokeln kann.

 
24. August 2009, nachmittags | Geschrieben von KP in Rated KWissenswert | 0 Kommentare

Was dem Dänen in Flensburg sein *kløng*, ist dem Schweden auf Rügen das *klöng*. Klingt sinnlos? Ist es vielleicht auch. Was aber definitiv korrekt ist, ist dass größere Supermärkte im Norden die in Ortschaften mit direktem Land- oder Fähranschluss zu unseren skandinavischen Nachbarn liegen (sprich Flensburg und Rügen), eine eigene Abteilung besitzen, in der Kunden mit skandinavischem Pass gegen Euro oder Krone, irgendwie ohne Zoll oder so, Alkohol einkaufen können. Die feinsten Biersorten zum Beispiel, fein und exotisch, die den deutschen Kunden vorenthalten bleiben.



Es ist zu bemerken, dass diese skandinavischen Bierreserven immer in Dosen verkauft werden, auch wenn es zumindest in Dänemark, so weit ich weiß, auch ein Dosenpfand gibt. Das entsprechende Geräusch, das entsteht wenn hamsterkaufende Skandinavier dann eine Büchse fallenlassen oder leer irgendwohin feuern, ist logischerweise nicht *klirr*, wie es bei einer Flasche der Fall wäre, sondern *klong* (schwedisch: *klöng*, dänisch: *kløng*).

Klingt doch plausibel, und ich habe das Geräusch schon mal gehört. Ich glaube das war damals in Dänemark, denn die Bierabteilung im Real in Bergen neulich hatte schon zu.
Haben wir wieder was gelernt. Bis zum nächsten Mal, sagt die Maus. Das war schwedisch.

 
24. August 2009, nachmittags | Geschrieben von KP in WissenswertRated K | 0 Kommentare

Das schöne an einer Reise zur Ostsee mit dem Auto ist im Gegensatz zur Reise per Zug oder Spaceshuttle, dass man ungestört Musik hören kann, wenn das Automobil über die notwendige Ausstattung verfügt. Wir hatten bei unserer Fahrt gen Norden am vergangenen Wochenende das Glück, in einem Fahrzeug zu sitzen, das sogar mit einem CD-Player ausgestattet ist. So weit, so schön. Probleme ergeben sich dann erst, wenn man genau eine CD mitnimmt, und diese dann auch ausschließlich hört.



Wir hatten DEVOs Hot Potatoes Best-Of-Album mit dabei, wie auch schon bei einigen Ostseefahrten davor. Aber nach dem gefühlten siebzehnten Mal (vielleicht war es auch gar nicht gefühlt, sondern wirklich siebzehn Mal), hatte so ziemlich jeder wohl das an sich phantastische Album satt. Auf den letzten Kilometern durch Mecklenburg-Vorpommern auf der Rückfahrt hörten wir NDR Klassikradio.

Es ist sowieso immer die Frage, was man so an vernünftiger Musik mit einpackt. Alle Geschmäcker müssen entweder getroffen werden, oder es muss ein Musikdiktat herrschen. Das geht auch. Zu viele CDs führen zur Unübersichtlichkeit und zu wenige CDs führen dazu, dass man nicht, wie es eiegntlich der Fall sein sollte, einzelne Orte entlang der Strecke mit einzelnen Liedern verbunden im Gedächtnis behält, sondern alle Orte zu jedem Lied gehören, einfach weil man die Lieder in so vielen Wiederholungen gehört hat.



Und was stellt man mit der Frage nach Musik an, wenn man per Eisenbahn unterwegs ist? Wahrscheinlich alle anderen Fahrgäste in einem wahrscheinlich überfüllten Zug wollen genau nicht die Musik hören, die man für eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln für sich und seine Begleiter ausgewählt hat. Vermutlich wollen sie überhaupt keine Musik hören. Eher wollen sie die ganze Zeit schmollen oder laut sächselnd UNO spielen. Da muss man sie dann einfach dazu zwingen die Musik zu ertragen, und darauf hoffen, dass sie sich nicht beschweren und die Bahnangestellten auch nicht. Ein Ghettoblaster ist nicht schlecht für solche Zwecke, aber sowas hat auch niemand den ich kenne.

Beim nächsten Mal muss das besser laufen. Am besten eine Compilation oder mehrere Platten zu unterschiedlichen Stimmungen oder was weiß ich. Aber nur DEVO führt mit der Zeit zu geistiger De-Evolution.

 

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